Teil II

Mit KI denken

In diesem Teil veränderst du dein Ziel. Du setzt KI nicht mehr nur zur Texterzeugung ein. Du machst sie zu einer Partnerin für Fragen, Zerlegung, Kartierung, Denkpfade, Hypothesenbildung, Evidenzsuche, Kritik und metakognitive Reflexion. Deine menschliche Handlungsfähigkeit bleibt dabei stets zentral.

Zentrale Verschiebung : Vom Erhalten von Antworten zur Gestaltung einer kognitiven Partnerschaft

Verwende nach Möglichkeit stets denselben Ausgangsprompt. Wenn du die Aufgabe stabil hältst, wird die Wirkung jedes Eingriffs sichtbar. Es geht nicht darum zu behaupten, dass jeder neu formulierte Prompt universell überlegen ist. Es geht darum zu zeigen, dass jede Gestaltungsentscheidung eine andere Antwort erzeugt, weil sie eine andere Aufgabe definiert.

Ausgangsprompt

Verfasse eine Arbeit über den wirtschaftlichen Wert von Schönheit im Tourismus.


Teil II · Kapitel 18

18. Sokratisches Prompting

Leitfrage

Wie kann mir KI beim Denken helfen, statt mir einfach die Antwort zu geben?

Beschreibung

Sokratisches Prompting verwandelt das Modell von einem Antwortgenerator in einen fragenden Gesprächspartner. Es hilft Lernenden, Begriffe zu definieren, Annahmen offenzulegen, Behauptungen zu begründen, Gegenbeispielen zu begegnen und Schlussfolgerungen durch eine Folge angepasster Fragen zu überarbeiten.

Neu formulierter Prompt

Ich möchte mein eigenes Argument über den wirtschaftlichen Wert von Schönheit im Tourismus entwickeln. Verfasse die Arbeit nicht für mich und gib mir nicht deine Lösung. Agiere als sokratischer Gesprächspartner. Stelle jeweils nur eine Frage. Beginne damit, zu hinterfragen, was ich unter „ Schönheit“ und „ wirtschaftlichem Wert“ verstehe. Fordere danach schrittweise meine Annahmen, Kausalbehauptungen, Evidenz, Gegenargumente und Implikationen heraus. Passe jede neue Frage an meine vorherige Antwort an. Fahre fort, bis meine Argumentation so tragfähig ist, dass ich die Arbeit selbst verfassen kann.

Erwartete Wirkung

Sokratisches Prompting kehrt das Autoritätsverhältnis um: Du bleibst die primär denkende Instanz. Jede Antwort wird Ausgangspunkt einer neuen Frage, nicht eine zu akzeptierende Schlussfolgerung.

Gib mir nicht die Antwort, sondern stelle die Fragen, durch die ich besser denke.